Zur Einleitung und besseren Verständnis des Normalstuttgarters:

Der Normalstuttgarter hält seine Stadt für den Nabel der Welt, die Geburtsstätte der abendländischen Kultur, Sitz aller Musen, ein Kleinod gesellschaftlichen Lebens und die lebendigste Stadt der Welt.

 

 

 

Stuttgarter Nachtleben bzw. die Gehwege werden hochgeklappt

Er neigt ausserdem zu einem ‚Verbuddlungssyndrom‘. Ein Beispiel: Ein ahnungsloser Nichtstuttgarter fährt von Norden kommend die in Richtung Innenstadt. Idyllisch führt die Straße zweispurig durch üppiges Grün, dann auf einmal folgt eine scharfe Kurve, in der auch schon 2 (ja zwei!!!) Blitzer auf den Fremden warten. Dieses hat eher mit klammen Kassen zu tun und wird hier nur am Rande erwähnt. Die Fahrbahn erweitert sich auf 4 Spuren um kurz darauf wieder zu den schon gewohneten 2 Spuren zurück zu kehren. Umrahmt von größtenteils leerstehenden mit blitzenden Glasfassaden versehenen Gebäuden und begleitet von einer S-Bahn (ja sie ist hier sichtbar!!!) geht es weiter in Richtung City (falls nicht der obligate Stau auftritt). 

Doch dann, jetzt passiert es, erweitert sich die Fahrbahn, die gerade noch anwesende S-Bahn verschwindet im Untergrund, und es wird niemand glauben, die Autos tun es auch… Hier beginnt die Verbuddelei. Die hat schon zu so  markanten Auswüchsen wie eine S-Bahntunnelöffnung geführt, aus der der interessierte Betrachter einen 1 Sekunde dauernde  Aussicht auf Stuttgart geniessen kann, ehe er sich wieder ins obligate Dunkel  begibt und nix sieht (man sollte angesichts der nach Stuttgart strömenden Touristenmassen das in mehrsprachigen Lautsprecher-ankündigungen durchgeben, sonst versäumt der arme unaufgeklärte Tourist diese Attraktion).

 

Aber die eigentliche Grube (der Schwabe würde jetzt sagen:’Das Grüble!‘) ist wo ganz anders zu finden:

Die Grube des Herrn Grube und das Vermächtnis des abdankenden Herrn Mappus soll hier entstehen.

Aber wer braucht so etwas in einer Stadt wie Stuttgart eigentlich?

Fragen wir uns einmal ehrlich: Wie oft fahren wir von Stuttgart aus nach Ulm oder zum Flughafen??? (Also, ich muss zugeben ich war noch nie in Ulm und bin auch noch nie zum Flughafen gefahren.)

Die Antwort liegt vielleicht ganz wo ganz anders:

Im Zuge der ‚Unterkellerung‘ eines in Stuttgart ansässigen Automobilherstellers, würde sich doch der Bau eines eigenen Tiefbahnhofs anbieten, damit die Herren Vorstände vom Firmensitz aus bequem zum Privatjet fahren könnten, ohne sich um die lästigen Staus kümmern zu müssen. Ja, das ist volkswirtschaftlich gedacht, weil jede Minute im Stau kostet eine Unmenge an Gehalt dieser Herren, ganz zu  Schweigen von dem Stress.



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